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Mündliche Darstellung - eine deutschsprachige Stadt
Am 6. Dezember ist Nikolaus
Der Weihnachtsmann ist eine Erfindung der Moderne. In früheren Jahrhunderten brachte der Nikolaus den Kindern die Geschenke – und zwar an seinem Gedenktag, dem 6. Dezember.
Oft kam er nachts – dann stellten die Kinder ihre Schuhe oder selbst gebastelte Schiffchen auf, die sie am Morgen mit Äpfeln, Nüssen und Süßigkeiten gefüllt vorzufinden hofften.
Neben dieser anonymen Geschenke-Verteilung gab es auch Einkehrbräuche: Der Nikolaus kam ins Haus, begleitet von seinem Knecht Ruprecht (in Österreich dem "Krampus"), um festzustellen, ob die Kinder brav gewesen waren und gut gelernt hatten.
Historisches Vorbild des Weihnachts-Nikolaus ist der Heilige Nikolaus, im 4. Jahrhundert nach Christus Bischof von Myra. Viele Geschichten erzählen von seiner Hilfsbereitschaft.
Der Reformator Martin Luther propagierte statt des katholischen Heiligen einen neuen, protestantischen Gabenbringer: das Christkind. In der Folge löste das Christkind den Nikolaus ab, Geschenke gab es jetzt am 24. oder 25. Dezember.
Das Christkind ist ein Gabenbringer, der an Stelle des katholischen, Heiligen Nikolaus trat. Es ist damit jünger als der Heilige Nikolaus, aber wesentlich älter als der Weihnachtsmann.
Trotzdem bestand der Nikolausbrauch weiter und wurde im 19. Jahrhundert zu einer neuen Konkurrenz für das Christkind: Auf den alten Nikolausbildern basierend, entstand die Vorstellung vom Weihnachtsmann.
Der österreichische Maler Moritz von Schwind zeichnete ihn 1847 als bärtigen Alten. Diese Bilder hatte der deutsche Auswanderer Thomas Nast im Kopf, als er 1863 in den USA den "Santa Claus" erfand – eine Mischung aus deutschem Nikolaus, holländischem Sinterklaas und englischem Father Christmas, mit dickem Bauch und Pelzhaube.
Der Krampus ist eine monsterhafte Gestalt und gilt als Begleiter des Heiligen Nikolaus. Während der Nikolaus brave Kinder beschenkt, werden schlimme Kinder vom Krampus bestraft.
In vielen Dörfern und Städten (Südbayern, Teile von Österreich, Liechtenstein, Norditalien) gibt es noch Krampusumzüge, bei denen als Krampus Verkleidete unter lautem Lärm ihrer Glocken durch die Straßen ziehen, um Passanten zu erschrecken.




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